“Das Kind als Baumeister seiner selbst” – zur Entwicklung des Kindes


Das Kind leistet seinen Pers√∂nlichkeitsaufbau nach Montessoris Annahme √ľberwiegend auf selbst√§ndige Weise. “Das ganze unbewu√üte Streben des Kindes geht dahin, sich durch die Losl√∂sung vom Erwachsenen und durch Selbst√§ndigkeit zur freien Pers√∂nlichkeit zu entwickeln.” Alle M√∂glichkeiten zur Entfaltung seiner Pers√∂nlichkeit sind dem Kind bereits angeboren. Montessori betonte, da√ü sich diese Entfaltung nach einem individuellen Plan richtet und zwar in einem Tempo, das vom Kind und nicht vom Erwachsenen bestimmt werden soll.

Da das Kind ein soziales Wesen ist und in eine Welt verschiedenartigster Mitmenschen, Tiere, Pflanzen und Gegenst√§nde hineingeboren wird, kann seine Entwicklung jedoch nur im Kontext dieser ihm gegebenen Umwelt stattfinden. Indem das Kind seine Umwelt absorbiert, die ihm sowohl g√ľnstige als auch ung√ľnstige Entwicklungsbedingungen zur Verf√ľgung stellen kann, formt es von sich aus den k√ľnftigen Menschen.

Der “absorbierende Geist” (lat.absorbere = verschlucken), eine spezifisch kindliche Intelligenzform, besitzt eine besondere F√§higkeit, n√§mlich die Umwelt unbewu√üt, unreflektiert und ganzheitlich-bildlich aufzunehmen. Diese Eigenheit des kindlichen Geistes der ersten Lebensjahre unterscheidet sich grundlegend vom Geist des Erwachsenen, der diese Leistungen nur durch bewu√üte Willensanstrengungen erbringt.

Das Kind konstruiert sich sozusagen “als Baumeister seiner selbst” in weitgehender Eigenregie. Dazu bedarf es einer Umgebung, die Anregungen bereith√§lt und die M√∂glichkeit zur individuellen Entfaltung bietet: “die vorbereitete Umgebung”.

Die √§u√üeren Erziehungsmittel werden von Montessori als Gesamtgef√ľge der vorbereiteten Umgebung beschrieben. Dieses p√§dagogische Umfeld umfa√üt die Einheit von Erzieher/in – R√§umlichkeiten – Entwicklungsmaterial. Das Kind soll auf jeder Stufe seiner Entwicklung ein Angebot wahrnehmen k√∂nnen, das seiner jeweiligen sensiblen Phase entspricht. Dabei darf aber nicht eine solche F√ľlle an Material und Besch√§ftigungsangeboten zusammengetragen werden, da√ü das Kind durch zu viele Reize √ľberfordert wird.

‚ÄěPolarisation der Aufmerksamkeit‚Äú ‚Äď das Montessori-Ph√§nomen >>