“Kinder sind anders” – zur Anthropologie


Mehr als ein halbes Jahrhundert lang studierte Maria Montessori das Kind unter naturwissenschaftlichen und pädagogischen Gesichtspunkten in unterschiedlicher Umgebung und unter Berücksichtigung seiner spezifischen Lebensgeschichte.

Auf der Suche nach dem Wesen des Menschen machte sie die Entdeckung, die zum Titel eines ihrer meistgelesenen BĂĽcher wurde: “Kinder sind anders” (ital. Originaltitel “Il segreto dell’ infanzia”, 1950).

Zur Zeit Maria Montessoris Aufwachsens sollte der Heranwachsende wie “weiches Wachs” durch seine Erzieher/innen und nach deren Vorstellungen aufgebaut und geformt werden.

Durch die zahllosen Beobachtungen ihrer Schüler/innen gelang es ihr aufzuzeigen, dass zum einen das Kind und der Erwachsene zwei vollkommen verschiedene Wesen mit je spezifischen Bedürfnissen sind und zum anderen in dem noch so kleinen Kind bereits Kräfte und Fähigkeiten stecken, von denen Erwachsene irrtümlicherweise meinen, sie anstelle der Kinder einsetzen zu müssen. Montessori plädiert für den Eigensinn der Kindheit als Schöpfungsphase des Menschen und mißt dieser Lebensphase einen besonderen Stellenwert bei.

Sie betrachtet den Menschen als ein Wesen, dessen Wurzeln der Entwicklung in seinem Inneren liegen. Das Kind baut aus sich heraus den Menschen auf! Um diese Leistung des Selbstaufbaus bewerkstelligen zu können, besitzt der Mensch eine vitale Kraft, eine verborgene Lebensenergie, die nach einem ganz bestimmten sowie individuellen Plan wirkt und ständig nach Weiterentwicklung strebt.

„Das Kind als Baumeister seiner selbst“ – zur Entwicklung des Kindes >>